Samariterbund: Reden wir über Gesundheits-Primärversorgung

Mit 1.8.2023 ist die Novelle des Primärversorgungsgesetzes in Kraft getreten. Damit werden Kinder-Primärversorgungseinheiten (PVE) ermöglicht, zudem können PVE auch an Wochenenden und Feiertagen zur Akutversorgung öffnen. Ein neues Auswahlverfahren für solche Gesundheitseinrichtungen soll Gründungen rascher ermöglichen und Versorgungslücken füllen, erläutert die Gesundheit Österreich GmbH (GÖG), die eine Online-Plattform mit Infos und Jobangeboten für PVE betreibt. Der Samariterbund begrüßt vor allem, dass es bis Jahresende in Wien neun neue, zusätzliche Zentren für die medizinische Versorgung von Kindern – in Form von fünf sogenannten Kindermedizinischen Zentren (KMZ) und vier Kinder-Primärversorgungseinheiten (KPVE) geben wird.

Die Primärversorgung – international als Primary Health Care bezeichnet – ist die erste Anlaufstelle im Gesundheitssystem. Sie soll eine kontinuierliche, wohnortnahe Betreuung sichern und die Spitalsambulanzen entlasten. Die Primärversorgungseinheiten in Österreich werden weiter ausgebaut. Jede PVE besteht nach den Vorgaben der Novelle aus einem Kernteam mit mindestens zwei Ärztinnen und Ärzten für Allgemeinmedizin und ein oder mehreren Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege sowie Ordinationsassistentinnen oder -assistenten. Darüber hinaus können orts- und bedarfsabhängig weitere Angehörige von Gesundheits- und Sozialberufen eingebunden werden. Hier haben wir wichtige Begriffe in der Primärversorgung zum besseren Verständnis.

Konsequenter Ausbau der patientennahen Versorgung

„In einer PVE arbeiten mehrere Allgemeinmedizinerinnen und -mediziner sowie verschiedene Gesundheits- und Sozialberufe eng zusammen und ermöglichen so eine durchgängige, abstimmte und umfassende Patientenbetreuung. PVE können auch als Netzwerk mit mehreren Standorten organisiert sein. Erstversorgungsambulanzen erhalten neue Kompetenzen und werden von der ÖGK mitfinanziert.

Ziel ist eine bessere, siebentägige Versorgung und Entlastung des niedergelassenen Bereichs. Kinder- und jugendpsychiatrische Betreuung wird ebenfalls ausgebaut.

Diese Kompetenzerweiterung wird den niedergelassenen Bereich spürbar entlasten und stellt für die Wiener Bevölkerung eine zusätzliche niederschwellige Versorgung an sieben Tagen in der Woche sicher.

Primärversorgungseinheit (PVE) für Kinder und Jugendliche

Mit dem Kindergesundheitszentrum Laaerberg in Wien Favoriten schaffen wir Angebote genau dort, wo die Menschen leben. Dieses Zentrum gewährleistet, dass mehr Kinderärztinnen und Kinderärzte in der Nähe der Eltern mit ihren Kindern verfügbar sind. So würden Familien schnelle Unterstützung erhalten und man könne gleichzeitig die Arbeitsbedingungen der Ärztinnen und Ärzte verbessern. in der neuen PVE eine Vielzahl an pädiatrischen Leistungen geboten. Dazu zählt etwa die Abklärung akuter Krankheiten, Nachbetreuung nach Operationen und Unfällen oder Neugeborenen-Untersuchungen. Die Kinder-PVE in Favoriten ist bereits das achte seiner Art in Wien, wobei es auch zwei weitere Kinderambulatorien gibt. “Die Stadt Wien wird den Ausbau von regionalen Gesundheitszentren in den kommenden Jahren weiter sehr stark vorantreiben. 

Medizinische Versorgung neu aufgestellt

Der ärztliche Teil des Kernteams kann auch nur aus Fachärzt:innen für Kinder- und Jugendheilkunde bestehen, oder aus einer Kombination von AllgemeinmedizinerInnen und Kinderärzt:innen. Auch Angehörige gesetzlich geregelter Gesundheitsberufe, die zur freiberuflichen Berufsausübung berechtigt sind und in der Primärversorgungseinheit hauptberuflich tätig sind, dürfen nun Gesellschafter einer Primärversorgungseinheit sein (multiprofessionelle Gruppenpraxis), wobei eine solche Gruppenpraxis als GmbH betrieben werden muss und die Ärzten die Gesellschaftermehrheit halten müssen. Hier ein Überblick über die Entwicklungen in der Primärversorgung. Eine Förderung der Primärversorgung in Österreich habe insbesondere durch den Aufbau- und Resilienzplan der EU neuen Schwung bekommen. Primärversorgung der GÖG mit Infos, offenen Stellen usw.: https://primaerversorgung.gv.at/

 

Links und Quellen:

 

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